Es gibt viele Gründe, sich diesen Film anzuschauen, einer wäre hervorzuheben: Der kurze Streifen eines besessenen Amateurfilmers aus Leipzig über diesen Tag im Juni 53 ist einzigartig. Er öffnet uns, den Zuschauern, zum ersten Mal das Fenster in die Provinz. Bisher galt: Nur in Berlin konnte damals gefilmt werden, die Kameras der West-Berliner Berichterstatter standen an der Sektorengrenze der geteilten Stadt. Alles, was anderswo aufgenommen wurde, so glaubte die Stasi, habe sie beschlagnahmen können, bevor diese Bilder öffentlich wurden. Aber das Leben geht eigensinnige Wege, und der Leipziger Fotograf wurde nie erwischt. Er hatte seinen Film versteckt, und dann wurde der Mann, wie seine Nichte im feinsten Sächsisch berichtet, fünfundsechzig Jahre alt: „Das war bei uns hier ein magisches Datum, da konnte man dann in den Westen fahren." Der Pensionär packte also seinen Koffer und in diesen die kostbare Filmrolle. Warum die dann noch einmal zwanzig Jahre auf einem hessischen Dachboden einstauben musste, ist ein Rätsel; sie entdeckt zu haben, das ist das Verdienst der Autoren. Regina Mönch, FAZ Die Filmemacher erzählen die Geschichte entschieden von innen heraus, von dort aus, wo sie entstand: den Demonstranten gehört ihr Herz, jenen, denen niemand sagte, was sie tun sollten, die ihre Redner spontan beriefen, die keine Rädelsführer kannten. „Helden ohne Ruhm" ist ein engagierter Dokumentarfilm, der endlich denen Gerechtigkeit verschaffen will, die bisher unsichtbar und namenlos blieben. Mechthild Zschau, Tagesspiegel Nach aufwendigen Fiktionen und einem Doku-Drama meldet sich nun der gute alte Dokumentarfilm zum Thema 17. Juni. Und merkwürdig, was einer Familiengeschichte aus der Provinz, einer dramatisch aufgezäumten Love-Story aus dem brodelnden Ost-Berlin und einer ironisch grundierten Schilderung der weltpolitischen Rankünen nicht recht gelang, schaffen die Autoren dieses Films, Artem Demenok, 41, und Andreas Christoph Schmidt, 46: die tragische Vergeblichkeit des Aufstands fühlbar zu machen. Die Statements der beteiligten Zeitzeugen, das historische Archivmaterial, Fotos vom Aufstand und erstmals gezeigte 35-mm-Aufnahmen vom Geschehen in Leipzig verdeutlichen das verwirrend Spontane der Erhebung, die sich jeder monokausalen Erklärung entzieht. Der Spiegel Gewissenhaft und kompetent haben Schmidt und Demenok Archive durchforstet, Werktätige von einst befragt und Neues entdeckt, was das Bild dieses Aufstandes und einer rat- und hilfslosen SED-Führung nicht korrigiert, aber abrundet und komplettiert. Das fügt sich hier zu einem facettenreichen, informativen Blick auf einen Aufstand, der auch deshalb scheitern musste, weil in der politisch heiklen Situation des Kalten Krieges Führungspersönlichkeiten fehlten und der Westen dessen Erfolg in letzter Konsequenz nicht wollte. Schmidt und Demenok bewerten das kompilierte Material zurückhaltend, ihre Zeitzeugen sind aber stets mehr als bloße Stichwortgeber, die vorgefasste Meinungen illustrieren. Reiner Braun, taz