Schmidt & Paetzel Fernsehfilme
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Tolstoi mit den Augen des Films

 

 

„Ich denke im Ernst daran, ein Stück für die Leinwand zu schreiben. Ein Sujet darüber habe ich. Es ist ein schreckliches blutiges Thema ... eine Story fürs Kino. Man könnte es nicht als Erzählung oder für die Bühne schreiben. Aber auf der Leinwand wäre es gut. Das könnte eine gewaltige Sache werden“, soll Graf Leo Tolstoi in einem Gespräch gesagt haben. Hatte er das wirklich vor?

 

Leo Tolstoi und der Film – sie sind sich am 27. August 1908 zum ersten Mal begegnet. Einer der größten Dichter und eine neue Kunst, an deren Zukunft damals kaum jemand ernsthaft glaubte. Welche Folgen hatte diese Begegnung für den Film und für Tolstoi? Schon vor der Oktoberrevolution wurden seine wichtigsten Werke verfilmt. Und bereits 1912 entstand „Der Abgang des großen Alten“, ein Biopic über die letzten Tage aus dem Leben des Schriftstellers. Aber wollte er tatsächlich selbst für den Film schreiben?

Tolstoi als Massenphänomen und Identifikationsfigur für das frühe Kino im Zarenreich – davon handelt dieser Film. Er basiert auf den historischen Aufnahmen des Schriftstellers aus dem russischen Filmarchiv Gosfilmofond, beleuchtet mit Hilfe von Tagebüchern, Briefen und Zeugnissen die spannende Geschichte ihrer Entstehung und rekonstruiert einige Filmprogramme, die Tolstoi auf seinem Landgut oder anderswo gesehen hat. Auch eine Hommage an die Filmoperateure, die sich damals ins Zeug gelegt haben: Alexander Drankow und Georges Meyer alias Joseph-Louis Mundviller.

Der Film bleibt aber nicht in der Vergangenheit haften: Der russische Regie-Altmeister Marlen Chuziew gewährt Einblicke in sein noch nicht vollendetes Werk über die Begegnungen zwischen Tschechow und Tolstoi. Weitere Gesprächspartner sind der Kritiker Lew Anninski und der Schauspieler Michail Pachomenko, Tolstoi-Darsteller im Film von Chuziew.

 

Buch und Regie: Artem Demenok / Kamera: Oleg Stinski / Schnitt: Vera Bogdahn / Ton: Dmitri Konjuschenko / Tonmischung: Gerhard Jensen-Nelson / Sprecher: Tom Vogt, Uwe Müller / Mitarbeit: Evgeny Sergeev, Nina Berfelde, Sergey Mishunin / Produktionsleitung: Cordula Paetzel / Produzent: Andreas Christoph Schmidt / Redaktion: Kurt Schneider / Eine Co-Produktion von Schmidt & Paetzel Fernsehfilme und Kinolenta, Moskau im Auftrag des SWR in Zusammenarbeit mit ARTE

52'30'' bzw. 43'45'' / 16:9 / Stereo / F und S/W / © 2010 Schmidt & Paetzel Fernsehfilme und SWR